Das Heranziehen eigener Tomaten-Setzlinge bedeutet zwar etwas mehr Arbeit, doch es macht auch viel Freude. Wer bis Mitte März drinnen aussät, kann im Mai schöne, kräftige Jungpflanzen in Kübel oder ins Freiland setzen.
War früher das Hauptargument die viel grössere Sortenvielfalt, die für das selbst Aussäen sprach, ist es inzwischen der Preis. Die Sortenvielfalt an Jungpflanzen, die man heute in Fachgeschäften bekommt, ist nicht mehr kleiner als jene von Saatgut. Doch wer selbst aussät, kommt zu günstigeren Jungpflanzen.
Ein guter Tipp für die Aussaat gleich vorneweg: Säen Sie in sogenannte Topfplatten – je ein Samenkorn pro Abteil! Das erspart Ihnen später das heikle Pikieren. Diese Platten sind aus Kunststoff und immer wieder verwendbar. Es gibt sie mit 24 und mit 54 Mulden.
Die Saatbehältnisse werden mit Aussaaterde befüllt. Dann mit lauwarmem Wasser gut angiessen. Jedes Samenkorn wird schliesslich einzeln leicht in die Aussaaterde gedrückt und danach mit ca. 0.5 cm Erde abgedeckt. Damit man später noch weiss, was heranwächst, sollte die Saat umgehend mit Etiketten beschriftet werden. Die Saat darf nie ganz austrocknen; deshalb sollte sie mit Frischhaltefolie oder einer Plastikhaube abgedeckt werden. Um die Erde immer leicht feucht zu halten, verwendet man am besten eine Sprühflasche.
Die Platten kommen zum Keimen an einen warmen Ort (z. B. in die Nähe eines Radiators). Zum Keimen benötigen die Samen nicht viel Licht. Die Keimdauer beträgt 8 – 15 Tage. Ab 1 Woche nach der Aussaat täglich kontrollieren, ob etwas keimt. Sobald etwas zu sehen ist, kommt die Abdeckung weg, und die Platte muss an einen hellen Platz, ohne direkte Sonne, gestellt werden. Gleichmässig feucht halten, gilt nach wie vor.
Nach ca. 4 – 5 Wochen sind die kleinen Pflänzchen gut durchwurzelt und können in mit Tomatenerde gefüllte Kulturtöpfchen (ca. 10 – 14 cm Ø) umziehen und zu kräftigen Setzlingen heranwachsen. Die Tomatenpflänzchen werden so tief gepflanzt, dass nur die Keimblätter nicht mit Erde bedeckt sind, denn am eingegrabenen Stängel wachsen ebenfalls Wurzeln, und die Pflanze steht stabil. Zudem bringt ein grösseres Wurzelwachstum robustere Pflanzen. Ab Anfang Mai erhalten die Tomatenpflanzen schliesslich ihren endgültigen Platz – in einem grossen Topf für Balkon oder Terrasse, im Gewächshaus oder Freilandsorten an einem sonnigen Platz im Freien.
Wichtig: Nicht nur bei einer Pflanzung in ein Gefäss, sondern auch im Gewächshaus oder im Freien jedes Jahr frische Erde verwenden und gleich nach der Pflanzung einen Stab/Pfosten einschlagen, um die Pflanze später daran festbinden zu können.
Wyss Samen und Pflanzen AG, Christine Beuret