Wie ärgerlich! Der Kirschbaum hat so wunderschön üppig geblüht und unzählige Früchte hervorgebracht; die Himbeeren-Sträucher haben reichlich getragen, und dann ist es doch nichts mit dem Genuss der Früchte. Dem kann man jetzt entgegenwirken.
Die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii), kaum 3 mm gross, verursacht vor allem Schäden an weichschaligen Obstarten. Die weiblichen Insekten legen ihre Eier in gesunden reifenden oder bereits reifen Früchten ab. Die sich in der Frucht entwickelnden Larven nutzen das Fruchtfleisch als Nahrung. Eine reife Kirsche kann auf den ersten Blick noch schön und verlockend aussehen. Beim genaueren Hinsehen verrät ein kleines Loch, dass sich im Innern Unappetitliches verbirgt. Wer will schon madige Früchte verzehren?
Welches Obst ist gefährdet?
Die Kirschessigfliege befällt insbesondere
- Beeren: Himbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren, Trauben, Erdbeeren
- Steinobst: Kirschen, Zwetschgen, Pflaumen, Aprikosen
Vorbeugende Massnahmen
Gegen Schäden durch Kirschessigfliegen hilft nur vorbeugen. Dazu bieten sich verschiedene mechanische Massnahmen an. Haben sie sich bereits an die Früchte gemacht, ist es zu spät.
Kulturschutznetze: Am wirksamsten ist das Abdecken mit einem feinmaschigen Kulturschutznetz, z. B. mit Drosal-Schutznetzen oder Filbio-Kulturschutznetzen. Diese Massnahme bietet sich bei kleineren Gewächsen wie Beeren oder Säulenobst an. Für Reben gibt es praktische Trauben-Schutztaschen. Wichtig ist, die Netze schon einige Zeit bevor die Früchte reifen anzubringen. Netze haben den Vorteil, dass sie auch gegen Vogel- und Wespenfrass schützen.
Fallen: Eine weitere Möglichkeit ist das Aufhängen von Köderfallen wie Drosal® Pro im Frühling. Sie dienen sowohl zur Überwachung der Flugzeit der Insekten als auch zu deren Eliminierung. Mit dem Lockstoff DrosaLure 2.0 werden die Fliegen gefangen; so kann zumindest ein Teil dieser Schädlinge eliminiert werden.
Handarbeit: Wichtig ist, reife Früchte regelmässig zu ernten, um zu vermeiden, dass überreife Früchte hängenbleiben. Abgefallene Früchte bitte nicht liegenlassen. Gibt es befallene Früchte, so müssen sie schnellstmöglich entfernt und entsorgt werden (nicht auf den Kompost).
Der Anwendungszeitraum von Fallen erstreckt sich von April bis Oktober, jener von Schutznetzen von da an, wo die Pflanze Früchte ausgebildet hat, die noch unreif sind, bis zum Ernteschluss.
Der beste Schutz gegen die unliebsame Kirschessigfliege bietet eine Kombination aller Massnahmen.
Fotos: © Andermatt Biogarten AG
Wyss Samen und Pflanzen AG, Christine Beuret